| also noch vor der Gründung unseres Bundesstaates, hoben
sangesfreudige Männer und Burschen den Sängerbund vom
Rhein, Eglisau aus der Taufe. Die Bezeichnung „Sängerbund“
anstelle von Männerchor war typisch für jene Zeit, in
der Männer, in Politik und Familie den Ton angaben. Dieser
Name blieb bis 1947 unangetastet und wurde dann in Sängerbund
Eglisau geändert. Die Zeit der Bünde ist wohl eher in
dieser Form vorbei und darum inzwischen selten geworden. Die Eglisauer
Sänger sind stolz auf diese im Chorverband des Bezirkes Bülach,
der 1853 mit Hilfe der Eglisauer gegründet wurde, einzigartigen
Bezeichnung.
Wie überall, verlief die Vereinsgeschichte auch in Eglisau
nicht geradlinig und widerspiegelte vielfach das Engagement und
die Begeisterung der Vereinsvorstände. So wurde im letzten
Jahrhundert aus dem Männerchor mangels Aktiven ein Doppelquartett.
Etwas später erblühte der Sängerbund zu neuer Grösse
und geriet darauf wieder in eine neue Krise. Aber gesungen wurde
in Eglisau zu jeder Zeit, auch während den beiden Weltkriegen.
Anfangs 1974 war der Sängerbund einmal mehr auf Dirigentensuche.
Es gelang den damals knapp 20 Sängern nicht, einen Ersatz
zu finden. Da bot der Männerchor Höri glücklicherweise
mit Dirigent Urban Clement Hilfe an. Ab Frühjahr 1974 probten
die beiden selbständig gebliebenen Chöre gemeinsam,
jeweils abwechselnd in Höri und Eglisau. In jener Zeit wurde
in Eglisau fleissig gebaut und Neuzuzüger zu Hauff, (von
den Eglisauern liebevoll mit „Schamauchen“ betitelt)
wären eigentlich prädestiniert gewesen als Neumitglieder
geworben zu werden. Der Sängerbund witterte Morgenluft und
ging wieder eigene Wege, zum Leidwesen der Höremer Sänger.
Das Dirigentenproblem wurde „elegant“ gelöst.
Der damalige Vereinspräsident wurde kurzerhand zum Chorleiter
umfunktioniert. Und tatsächlich, das Vorhaben gelang. Der
Ex–Präsident schien der Sache gewachsen zu sein. Der
Mitgliederbestand wuchs allmählich an. Nach einem Gewaltseinsatz
der damals 18 Sänger konnten in einem ersten Anlauf 10 neue
Sängerkameraden gewonnen werden und in wenigen Jahren wuchs
der Mitgliederbestand auf über 40 Aktivsänger. Bis 2002
konnte der Bestand in etwa gehalten werden. Der seinerzeit vom
Präsidenten zum Chorleiter mutierte Dirigent Hansjürg
Bernhard amtet seit 1998 als Vize–Dirigent.
Heute zählen wir noch 34 Aktivmitglieder. In Eglisau wurde
in den letzten paar Jahren erneut tüchtig gebaut. Wieder
bezogen „Schamauchen“ ihre neuen Heime. Wir sind überzeugt,
dass es uns auch diesmal gelingt den Mitgliederbestand anzupassen
und eine Krise abzuwenden.
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